Ausbau der Ventile

Da die Köpfe schon mal ab sind, bietet es ich an die Ventilsitze und -Führungen zu kontrollieren. Dazu muss ich diese natürlich ausbauen. Das Säubern der Zylinderköpfe sollte so auch einfacher sein.

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BMW hat dafür natürlich ein Spezialwerkzeug, welches ich nicht besitze. Allerdings soll es auch mit einem entsprechend geschnittenem Rohr und einer Schraubzwinge gehen. Die Ventile der Boxer-Motoren bestehen im Grunde aus 5 Teilen:

  • Das eigentliche Ventil (5)
  • Unterer Federteller (4)
  • Feder (3)
  • Oberer Federteller (2)
  • Ventilkegelstücke (1)

Das Werkzeug wird benötigt, um die Feder zusammenzupressen, nur so lassen sich die Kegelstücke herausnehmen. Diese sind keilförmig und halten alles an seinem Platz.

Mein “Spezialwerkzeug” habe ich aus einem Stück Rohr geschnitten. Es ist lediglich ein kurzes Rohrsegment in geeigneter Länge mit zwei Einschnitten. Aus diesen kann man, wenn die Feder gespannt ist, mit einer Pinzette die Ventilkegelstücke herausfischen.

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Der Zylinderkopf wird in den Schraubstock gespannt, natürlich mit Holz drum um das Metall nicht zu beschädigen. Auf das Ventil wird von der Innenseite ebenfalls ein passendes Stück hartes Holz gelegt, darauf kann die Schraubzwinge dann angesetzt werden. Eine dritte Hand wäre ganz hilfreich gewesen, aber da gerade keiner da ist, muss es auch alleine gehen. Das vorbereitete Rohr wird auf den oberen Ventilteller gesetzt und dann kann vorsichtig angefangen werden die Schraubzwinge zu spannen.

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Dabei versuche ich unbedingt im richtigen Winkel gerade auf die Feder zu drücken und nur langsam die Zwinge zu spannen. Es klappt ganz gut, man braucht allerdings viel Geduld um alles richtig zu positionieren.

Mit der Pinzette lassen sich dann die Kegel vom Ventil lösen. Sie fallen meist ins Rohr, was nicht weiter problematisch ist, solange sie nicht mehr im Weg sind. Nach dem Lösen der Zwinge, lassen sich dann die Federteller und die Feder herausnehmen. Ich habe nicht nachgeschaut, was diese Teile so kosten und will es gar nicht erfahren müssen, weshalb ich lieber im halben Tempo arbeite und dafür doppelt so vorsichtig. Es soll alles unversehrt bleiben und gerade die kleinen Ventilkegelstücke lassen sich sehr schnell verlieren.

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Nun wird das ganze noch 3 weiter Male wiederholt. Jedes Ventil kommet zusammen mit seinen dazugehörigen Teilen in einen beschrifteten Plastikbeutel. Bei diesen Teilen sollte alles wieder dahin, wo es herkam. Auch wenn sie gleich waren, als sie vom Werk kamen haben sie sehr viele Kilometer gehabt um sich miteinander anzufreuden und aufeinander einzustellen, das soll so bleiben.

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Die Köpfe sind nun soweit zerlegt. Als Nächstes werde ich sie reinigen und dann auf Verschleiß prüfen. Es klebt einiges an Ruß und verbranntem Öl an ihnen, ich glaube, Backofenreiniger dürfe hier helfen.

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