Lampengehäuse

Der Windabweiser ist teurer, als ich dachte. Naja, eigentlich hab ich es mir irgendwie gedacht, aber nicht wahrhaben wollen. Es ist wahrscheinlich eine Geschmacksfrage, aber ich finde die schwarze Scheibe ganz schick an der GS. Die Version nach ‘90 hat eine andere Lampe und Verkleidung vorne (das sog. “Wasserrohr”), welches deutlich klobiger ist, auch wenn es bestimmt gut vor Wind und Wetter schützt.

Wie auch immer, ich bin mir unsicher was ich damit machen soll. Fahren kann man auch ohne und somit werde ich die Reparatur oder den Ersatz vom Schild vertagen. Eventuell kann ich ihn kleben und neu lackieren, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sich der Aufwand lohnt. Vielleicht taucht ja doch irgendwo ein gebrauchter zu akzeptablen Preis auf in der Zwischenzeit.

Abmontieren muss ich das ganze dennoch, so kanns nicht bleiben. Ausserdem ist der Stecker vom Drehzahlmesser im Lampengehäuse untergebracht und ich komme so nicht dran.

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Das Lampengehäuse ist von unten nach oben in zwei Teilen gefertigt. Leider ist die Reparaturanleitung nicht ganz klar: Man soll die vier Befestigungsschrauben lösen und den vorderen Teil abnehmen. Das Bild dazu, wo die sich befinden sollen, hilft mir nicht wirklich weiter.

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Ich finde sie dann doch, nachdem ich auch unnötigerweise die Schrauben unterhalb der Maske gelöst hab. Ist die Kiste erstmal auf, lassen sich auch Hauptscheinwerfer und der Stecker für den Drehzahlmesser herausnehmen.

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Das Innenleben schaut gut aus, keine aufgeriebenen Kabel, keine Feuchtigkeit, alles noch weitestgehend an seinem Platz. Lediglich die kleine Metallplatte, welche das Rückteil vom Lampengehäuse an die Gabel hält, ist etwas verbogen, wahrscheinlich vom Sturz. Ausserdem scheit sie etwas zu rosten.

Unter anderen Umständen würde ich es wahrscheinlich ignorieren, aber jetzt ist sowieso schon fast alles ab und ich hab nichts zu tun bis die Ersatzteile ankommen, es ist Sonntag. Also nehm ich mir die kleine Platte vor um sie aufzufrischen.

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Das Metall ist nicht allzu hart und lässt sich durch kräftiges Klemmen im Schraubstock wieder gerade biegen. Keine Ahnung, ob “man das so macht” aber es klappt wunderbar. Für den Lack wäre ein Sandstrahlgerät bestimmt praktisch. Ich hab mir schon ein paar mal eins gewünscht, aber der Weihnachtsmann hat mir bisher keins unter den Baum gelegt. Mit etwas Geduld tut es das 120er Schleifpapier und die Stahlwolle dann aber doch ganz gut und das Metall ist blank und vom Rost befreit.

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Ein Bekannter hat mir irgendwann mal den Tipp gegeben, solche Teile vor dem Lackieren (mit Dose) aufzuwärmen, z.B. mit einem Gasbrenner. Nicht heiss, nur warm. Bisher war ich noch nicht dazu gekommen es auszuprobieren, aber es scheint nun eine gute Gelegenheit. Es scheint tatsächlich ganz gut zu klappen. Ausserdem ist der Lack wesentlich schneller trocken und bildet keine “Rotznasen”, selbst wenn man zu viel auf eine Stelle aufträgt. Hier das Ergebnis:

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Für dieses Teil bin ich zufrieden. Größere Lackteile würde ich wenn es geht allerdings lieber einem Lackierer überlassen, hier ging es in erster Linie eher darum den Rost abzuhalten und zu schauen wie weit ich mit einer Dose Lack aus dem Baumarkt komme. Für kleinere Teile okay.

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Der Windweiser lässt sich mit vier Schrauben vom vorderen Lampengehäuse trennen. Die sebstsichernden Muttern sind etwas kompliziert gegenzuhalten und drehen sich mit, mit einer flachen Zange gehts aber dann doch. Eine der Halterungen des Windabweisers ist ebenfalls gerissen. Sollte ich ihn wiederverwenden werde ich auch hier kleben müssen, damit es hält. Was man dafür am besten benutzt werde ich noch herausfinden müssen, wahrscheinlich irgendein Kunstharz oder Glasfaserspachtel.

Interessant finde ich die Stellen, an denen der lack abgeblättert ist: Mein Motorrad scheint in einem früheren Leben mal rot gewesen zu sein.

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