Demontage Zylinder

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Es gibt wohl viele Gründe, wegen denen man die alten Boxer-Motoren mögen kann, aber einer davon ist definitiv die Bequemlichkeit, mit der man daran arbeiten kann. An welchen Motorrädern kann man sonst bequem auf einem Stuhl die Ventile einstellen?

Nichtsdestotrotz geht es heute ans eingemachte. Der Postbote hat mir ein riesiges Paket Ersatzteile vorbeigebracht und es steht nichts mehr im Wege mit der Arbeit am Motor zu beginnen. An dieser Stelle vielen Dank an BMW-Bayer für die schnelle Lieferung, definitiv einen Stammkunden gewonnen.

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Nach gescheiterten Versuchen die Sternmuttern zu lösen, habe ich dann doch den Sternmutterschlüssel bestellt. Was für ein Gerät! Daneben sehen andere Werkzeuge wie Kinderspielzeug aus. Ich bereue es keine Sekunde das Geld dafür investiert zu haben denn trotz mehrtägigen Ziehenlassen in WD-50 und erhitzen der Mutter mit einem Brenner, sitzt diese bombenfest. Ich muss mit einem Kunststoffhammer am Sternmutterschlüssel nachhelfen um, sie zu lösen, erst dann lässt sie sich bewegen. Welcher Grobmotoriker diese bei der letzten Montage angezogen hat weiß ich nicht, aber er scheint kräftig gewesen zu sein und zu geizig für Kupferpaste.

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Nachdem die Krümmer ab sind, beginne ich alles weiter drumrum abzunehmen. Vergaser kommen erstmal zur Seite, die werden später noch inspiziert und gereinigt, falls nötig. Der Ölkühler ist auch ab genauso wie der Luftfilter. Er sieht nicht übermäßig dreckig aus, soweit ich das bewerten kann und kann später wohl wieder rein.

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Die Einstellschrauben der Vergaser habe ich mit Klebeband umwickelt damit sie sich nicht weiter verstellen in der Hoffnung zumindest einen groben Einstiegspunkt ablesen zu können, wenn ich die neuen einstelle. Viel wird es nicht bringen wahrscheinlich, aber schaden tut es auch nicht.

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Danach werden die Ventildeckel abgenommen. Diese Dichtungen sehen auch noch ganz gut aus, aber ich habe neue mitbestellt. Das Reparaturhandbuch weist an den 5. Gang einzulegen und am Hinterrad zu drehen, um die Zylinder mittels der Markierung auf OT zu stellen. Das Rad habe ich schon abgebaut, aber der Kickstarter tut es auch. Immerhin hat er so auch mal eine Funktion. An der R100GS ist der Kickstarter sonst eingentlich unbrauchbar und eher ein Relikt von alten Modellen. Es gibt bestimmt jemand, der es schonmal geschafft hat den 1000cc Motor damit anzuwerfen, aber mir ist es noch nie gelungen, selbst nicht an warmen Tagen. Für die OT-EInstellung gibt es ein sehr praktisches Schauloch unter der Gummikappe neben dem Öldeckel. Manchmal frage ich mich, wann genau damit aufgehört wurde Produkte so zu bauen, dass man sie einfach reparieren kann. Hier ist definitv noch alles darauf ausgelegt und mit relativ einfachen Mitteln machbar.

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Die Kipphebelböcke lassen sich nach dem Lösen der Ventileinstellschrauben und der Zylinderkopfschrauben und Muttern abnehmen. Hierbei ist darauf zu achten Böcke, Kipphebel und Achse zusammen herauszunehmen, um nicht die Nadeln aus den Nadellagern zu verlieren. Einfach oben und unten halten und vorsichtig ziehen.

Einen alten Couch-Tisch habe ich für die Ablage der Teile umfunktioniert. Rechte Seite ist rechter Zylinder, linke Seite linker. Zudem noch Beschriftungen für Ein- und Auslasseite.

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DIe Zylinderköpfe lassen sich auf den Stehbolzen abziehen. Mir kommt jede Menge Dreck, Russ und Reste von Dichtungen entgegen. Der Kolben hat eine ordentliche schwarez schicht. Genauso der Zylinderkopf und die Ventile. Ich bin mir unsicher, ob das normal ist und werde das in erfahrung bringen. Reiningen erscheint mir aber in jedem Fall eine gute Idee zu sein. Ähnlich drecking sind auch die Führungsrohre der Stößel.

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Die Kolben lasse ich zunächst an den Pleulstangen, ich wollte nur die Zylinderfüßdichtung tauschen, weiter Demontage scheint mir nicht notwendig. Das Reparaturhandbuch empfiehlt “Sicherungshölzer für die Kolben”. Was es nicht alles gibt, bei mir sind das zwei ausgeschnittene Stücke Pappe aus dem Karton mit den Teilen. Ich denke, das ist auch okay.

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Und so liegen jede Menge dreckiger Teile beireit für die Aufarbeitung, der Tisch ist voll. Jetzt heißt es Putzen und alles wieder zusammenbauen, ich hoffe ich finde noch für alle Teile den richtigen Platz, bin aber recht zuversichtlich, es mit der Anleitung zu schaffen.

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Es bleit noch Dichtmasse zu bestellen, die ich vergessen habe, aber bis ich alles sauber gemacht habe was hier liegt, wird noch Zeit genug vergehen.

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